Don Carlos, Infant von Spanien
Don Carlos, 23 Jahre alt und Sohn des spanischen Königs Philipp II. und dessen erster Gattin, lebt isoliert und unglücklich am Hofe. Das Verhältnis zu seinem Vater ist nicht nur durch seine Liebe zu seiner ehemaligen Verlobten, Königin Elisabeth, gespannt. Sein Wesen ist von jungenhafter Spontaneität geleitet, die ihn zu tiefen freundschaftlichen Gefühlen zu seinem Freund, Marquis von Posa, befähigen und das Bedürfnis nach Aussöhnung mit seinem Vater und der Erwiderung der Liebe Elisabeths übermächtig werden lassen.

Mit Elisabeths Zurückweisung und Mahnen an seine höfischen Pflichten wird Carlos Streben ebenso in die politische Verantwortung gedrängt wie durch den Einfluss des Marquis von Posa. Dieser nutzt sein Wissen um Carlos Schwäche für Elisabeth, um ihn zum Freiheitskampf für Flandern zu gewinnen. Carlos durchschaut nur bedingt die Motive und Intrigen seiner Umgebung, da seine Wünsche nach Liebe, Freiheit und Anerkennung sein Handeln individuell bestimmen, gewinnt jedoch im Laufe der Auseinandersetzungen wirkliche Größe in der Selbstüberwindung zu einem von Prinzipien geleiteten Handeln wie Elisabeth und Posa.
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