| Der Großinquisitor hat seinen ersten und gleichzeitig
auch einzigen Auftritt im 5. Akt; 10. Auftritt.
König Philipp bittet ihn um Rat; er habe gemordet und deshalb
keine Ruhe mehr. Der Großinquisitor
bekennt, dass die Inquisition Marquis von Posa schon seit Jahren
gekannt und von seinen Unter-
nehmungen gewusst habe. Er wirft dem König vor, den Ketzer
Marquis von Posa durch sein
eigenmächtiges Handeln der Inquisitionsbehörde unterschlagen
und somit die Autorität der Kirche
untergraben zu haben.
Der Großinquisitor symbolisiert in diesem Auftritt ganz
klar die Macht und den Einfluss der Kirche.
Seinem Willen muß sich auch der König unterordnen,
König Philipp steht somit eindeutig unter ihm.
Das wird daran deutlich, als König Philipp ihm von dem
Verrat seines Sohnes berichtet und ihn fragt, ob er ihn fliehen
oder sterben lassen soll. Der Großinquisitor verweist
auf den Tod Jesu: "Die ewige Gerechtigkeit zu sühnen
Starb an dem Holze Gottes Sohn".
Daraufhin nimmt ihn der König mit sich, um ihm seinen Sohn
als Opfer zu übergeben. |
 |
|