| Welche Rolle spielen Sie im Theaterstück „Don Carlos“?
Ich spiele den Herzog von Alba. Es ist zwar nicht die Hauptrolle,
aber sie ist dennoch nicht reizlos. In Kürze werde ich zum
zweiten Mal Vater und eine Rolle, die nicht so zeitintensiv ist,
kommt mir daher gerade recht.
Wie kamen Sie dazu, Schauspieler zu werden?
Während meiner Schulzeit wollten viele meiner Freunde Schauspieler
werden. Wir haben oft darüber gesprochen, doch nicht jeder
hat es in Erwägung gezogen. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht...
Welche Ausbildung wird benötigt?
Ich hatte Glück. Nach einem 4-jährigen Studium habe ich
mich an der Schauspielschule beworben und wurde angenommen. Die
meisten Studierten müssen sich jedoch mehrmals und an mehreren
Schauspielschulen bewerben, bevor sie mit der Ausbildung beginnen
können.
Wie haben Sie sich auf das „Vorsprechen“ vorbereitet
?
Ich habe einen inneren Monolog aus dem Stück „Der Disneykiller“
von Philipp Ridley auswendig gelernt. Den habe ich dann an allen
Theatern vorgetragen. Dies war jedoch nicht das Einzige. Jeder Schauspieler
musste in der Lage sein Rollen zu spielen, die dort vorgegeben werden.
An einem der Theater bekam ich die Aufgabe, mir vorzustellen, ich
sei in
einem Wald. Dort sollte ich mal wie eine Kirsche, mal wie eine Waldbeere
usw. über die Bühne laufen. Ungefähr bei der achten
Frucht fiel mir einfach nichts mehr ein. Ich wusste, ich kann einpacken!
Wie sind Sie ausgerechnet zu diesem Theater gekommen?
Dieses ist eines von vielen Theatern, an denen ich mich beworben
und vorgesprochen habe. Schließlich hatte ich das Glück,
hier eine Anstellung zu finden.
Wie ist das mit der Rollenverteilung, darf sich jeder Schauspieler
die Rolle, die er spielen möchte, selbst aussuchen?
Natürlich nicht. Das macht der Regisseur. Wenn sich jeder
Schauspieler seine Rolle selbst aussuchen könnte, würde
es ein großes Durcheinander geben! Manche Rollen würden
dann zwei- und vierfach besetzt, andere überhaupt nicht. Wir
im Theater sind ein festes Ensemble, aus dem die Schauspieler für
die Rollen besetzt werden. Meistens erfahren wir aus der ausgehängten
Besetzungsliste, welche Rollen uns zugeteilt wurden.
Welche Schwierigkeiten gibt es beim Schauspiel? Vielleicht das Auswendiglernen?
Das Auswendiglernen geht normalerweise sehr schnell. Die Verse,
die man spricht, haben einen bestimmten Rhythmus, man erkennt sofort
den Fehler, den man macht. Das Prinzip beim Auswendiglernen kann
man eigentlich mit dem der Gedächtniskünstler vergleichen:
Man stellt sich einfach Bilder oder Geschichten vor und baut sich
somit einige Eselsbrücken ein. Es ist praktisch wie ein assoziatives
Netz. Da gibt es andere Schwierigkeiten...Wenn man auf der Bühne
steht, sollte man meines Erachtens versuchen, nicht allzu viel rumzuhampeln.
Das kann manchmal vor Aufregung passieren und die verspüre
ich jedes Mal, obwohl der „Herzog von Alba“ bereits
meine 24. Rolle ist. |